OWEN - Mobile Akademie für Geschlechterdemokratie und Friedensförderung e.V.

DELTA 2

Ein Kooperationsprojekt zwischen der Union der Donfrauen in Novocherkassk und OWEN e.V.

2012 initiierte die russische NGO Union der Donfrauen (http://www.donwomen.ru/) das Kooperationsprojekt Delta 2 mit einer Laufzeit von anderthalb Jahren. Beteiligt sind außerdem vier weitere lokale Partnerorganisationen aus Kabardino-Balkarien, Nordossetien, Tschetschenien und St. Petersburg. An allen diesen Orten sollen Gruppen aufgebaut werden, die mit den Methoden des Community Theaters (aus dem Repertoire des Theaters der Unterdrückten von Augusto Boal) lokale Herausforderungen, Probleme und Konflikte thematisieren und mit Menschen aus lokalen Gemeinschaften nach Lösungsansätzen suchen. OWEN konzipiert und leitet in dem Projekt die methodische Ausbildung der Beteiligten und begleitet die praktische Umsetzung des Gelernten.

Der Prozess   (Bitte die orangefarbenen Überschriften anklicken))

Januar 2013 - Der Anfang

Im Januar 2013 fand in Novocherkassk das Auftakttreffen des Projekts statt. Die ProjektkoordinatorInnen aus den verschiedenen Partnerorganisationen tauschten sich über Ziele und Vorgehensweisen im Projekt aus und erarbeiteten Strategien für den Aufbau der regionalen Gruppen.

März 2013 - 1. Workshop

Eine Woche lang trafen sich im März 2013 insgesamt 30 aktive Männer und Frauen aus den beteiligten Regionen am Fuße des Berg Elbruz in Kabardino-Balkarien. Mirella Galbiatti und Marina Grasse vermittelten auf diesem ersten Seminar grundlegende Kenntnisse und Methoden des Theaters der Unterdrückten. Die Teilnehmenden lernten sich kennen und bekamen einen Eindruck von den Problemlagen in den verschiedenen russländischen Regionen.

Frühjahr/Sommer 2013 - die erste Umsetzungsphase

Nach dem ersten Workshop wurden von den Teilnehmenden kleine lokale Theatergruppen aufgebaut. Es entstanden verschiedene Initiativen: In St Petersburg bilden die AbsolventInnen des ersten Workshops nun andere Interessierte aus St Petersburger NGOs aus, um gemeinsam Theaterstücke zu entwickeln und öffentlich aufzuführen. In Novocherkassk trat die regionale Theatergruppe mit einem selbst inszenierten Stück auf einem Kongress von LehrerInnen auf. In ihrem Stück thematisierten sie Konflikte in der Familie zwischen Heranwachsenden und ihren Eltern. Die Partnerorganisation in Tschetschenien nutzt den Ansatz des Theaters der Unterdrückten in der Arbeit mit verschiedenen Gruppen: LehrerInnen, SchülerInnen, schwangeren Frauen, Gefängnisinsassen etc. Themen sind unter anderem Gewalt in den Familien, Korruption oder Konflikte an der Universität. In Nordossetien und Kabardino-Balkarien steht zur Zeit die Arbeit mit LehrerInnen und SchülerInnen im Vordergrund.

November 2013 - 2. Workshop

Im November 2013 fand der zweite siebentägige Workshop in der russischen Stadt Kislovodsk statt. Auf diesem Seminar, das von Mirella Galbiatti und Marina Grasse moderiert wurde, erfolgte neben dem Austausch über die bisherigen Erfahrungen der regionalen Theatergruppen die Vertiefung des bisher Gelernten. Insbesondere die künstlerische Umsetzung (Schauspielkunst, Ästhetik etc.) standen im Zentrum des Curriculums.

Weitere Aktivitäten

Dem zweiten Workshop folgt eine weitere Praxisphase in der alle regionalen Theatergruppen das Gelernte in ihren Gemeinden und Regionen anwenden. Dabei stehen jeweils verschiedene Themen und Schwerpunkte im Vordergrund. So thematisiert die Theatergruppe in Novocherkassk in ihren Stücken Konflikte in der Familie, ökologische Probleme und die herrschende Kommunikationslosigkeit zwischen den Generationen. In Kabardino-Balkarien spielt die Theatergruppe mit und für Jugendliche im offenen Jugendstrafvollzug. Die nordossetische Gruppe nutzt theatrale Methoden, um mit SchülerInnen und LehrerInnen in einen Dialog zu kommen. In Tschetschenien spielt eine Gruppe vor jungen Frauen und behandelt beispielsweise das in Tschetschenien aktuelle Thema der Polygamie. Die St. Petersburger Gruppe kooperiert mit unterschiedlichen NGOs in St. Petersburg und plant demnächst einen Auftritt bei der Menschenrechtsorganisation Soldatenmüttern, St. Petersburg.

Ausblick

Als Höhepunkt und Abschluss des Projekts ist ein Forumtheaterfestival in Novocherkassk geplant, das voraussichtlich im Mai 2014 stattfindet.

Das Projekt Delta wird aus Mitteln des EIDHR-Programms der EU-Vertretung in Moskau gefördert.

Aktuelles

Aufruf zur Unterstützung der Vorsitzenden unserer russischen Partnerorganisation „Union der Donfrauen“, Valentina Cherevatenko. Es läuft ein Ermittlungsverfahren und Valentina drohen bis zu zwei Jahren Haft. Mehr Informationen und Möglichkeiten aktiv zu werden finden Sie hier. sowie auf der Website von Amnesty International.

Filmtipp

Im Rahmen des Projekts „Zukunft braucht Erinnerung: innerukrainischer Dialog zu Geschichte und Erinnerung“ hat die ukrainische Filmemacherin Olga Shevchuk einen Kurzfilm gemacht, der die Arbeit der Projektteilnehmenden dokumentiert.

Mehr über das Projekt und den Link zum Film finden Sie HIER