Portrait Maria Elikowska-Winkler

Kontakt
Schule für die Niedersorbische Sprache und Kultur/Volkshochschule Cottbus
Šula za dolnoserbsku rec a kulturu
Sielower Str. 37, 03044 Cottbus/Chosebuz
Tel.: 0335/792829
Fax: 0335/7842633
E-Mail: Niedersorbische_Sprachschule@t-online.de
Homepage: www.vhs.cottbus.de

Ihr Projekt
Schule für die Niedersorbische Sprache und Kultur/Volkshochschule Cottbus

Persönlicher Hintergrund
Maria Elikowska-Winkler ist Gründerin und Sachgebietsleiterin der Schule für Niedersorbische Sprache und Kultur / Šula za dolnoserbsku rec a kulturu in Cottbus/ Chosebuz. 1951 in Poznan/Polen geboren, studierte sie Germanistik und Linguistik, ehe sie 1981 zu ihrem Mann in die damalige DDR zog, wo ihre 3 Kinder zur Welt kamen und wo ihre berufliche Bahn anfing.

Maria Elikowska-Winkler entdeckte ihre Verbundenheit mit den Sorben/Wenden, als sie an der Zentralen Sorbischen Sprachschule in Dissenchen anfing, zunächst Polnisch und dann auch Sorbisch/Wendisch zu unterrichten. Ich bin in dieser Minderheit hier aufgegangen und ich sehe mich als Sorbin/Wendin an. Ihrem persönlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass der Bücherbestand der Dissenchener Schule (1990 geschlossen) gerettet und vor allem die Idee der Erwachsenenbildung im Bereich der sorbischen/wendischen Sprache und Kultur nach der Wende fortgesetzt wurde. Maria Elikowska-Winkler rief schließlich nach der Wende die Niedersorbische Regionale Sprachschule für Erwachsene in der Niederlausitz ins Leben. 1992 ist die Schule als ein Sachgebiet und unter dem Namen "Schule für Niedersorbische Sprache und Kultur" der Volkshochschule Cottbus angegliedert worden. Seit dieser Zeit leitet Maria Elikowska-Winkler die Schule.
Sie sagt: Die Schule muss mobil sein. Deswegen ist sie viel in der Niederlausitz unterwegs, um die Bedürfnisse der Menschen aufzuspüren, nach ihnen das Semesterprogramm jedes Mal neu auszurichten und auch Veranstaltungen in der Region anzubieten. Dass ihre Strategie richtig ist, beweisen allein die vielfältigen, stets neuen Angebote und die wachsenden Besucher- und Besucherinnenzahlen: angefangen von 70 im Jahr 1992 bis hin zu mehr als 3500 im Jahr 2002.

Maria Elikowska-Winkler reicht es aber nicht, nur Kurse anzubieten: Wir wollen mit den Menschen in Kontakt bleiben, um denen Informationen weiterzugeben, damit sie sie multiplizieren, kompetent sind und auch diese positive Einstellung zu unserem Anliegen, also zu den Sorben/Wenden, zu der Niederlausitz, zu dem bikulturellen Charakter unserer Region haben und verbreiten. Ich möchte die älteren Menschen dazu ermutigen, noch mehr - so lange sie leben - diese Sprache zu sprechen, und den anderen, die sie neu lernen müssen... zeigen, dass sie noch anknüpfen können.

Aus ihrem persönlichen nationalen und multikulturellen Hintergrund bringt sie nicht nur Deutsche und Sorben/Wenden zusammen, sondern auch Polen: Sie leitet deutsch-polnisch-sorbische/wendische Chöre, organisiert internationale Werkstätten, Begegnungen und Austausch von Schülern und Lehrern und anderen Zielgruppen, bietet außer Sorbisch/Wendisch auch Polnisch-Kurse an.

Maria Elikowska-Winkler ist überzeugt, dass die Niederlausitz eine sehr gute Brückenrolle oder Vermittlerrolle spielen könnte, eben aufgrund dessen, weil wir hier Slawen sind. Wir sprechen unsere slawische Sprache, denken und empfinden slawisch, verkörpern aber gleichzeitig die deutsche Mentalität, sprechen täglich auch deutsch. So können wir uns gleich gut sowohl in die deutsche als auch polnische Denkweise hineinversetzen.

Früchte meiner Arbeit
Es ist mir gelungen, diese Schule neu zu gründen und zu entwickeln, zu evaluieren, zu entfalten, Interessen - auch unter jüngeren Menschen - zu wecken, das Angebot zu differenzieren, mehr im Kontext von der Euroregion und Europa zu sehen. Die Schule ist ein Ort, wo die Menschen sich begegnen und wo eine Verbindung zwischen den Generationen hergestellt wird.

Unterstützung
In erster Linie fühlt sie sich durch die ländliche Bevölkerung unterstützt, die gern ihre Angebote wahrnimmt, sich selbst als Muttersprachler in den Kursen einbringt und ihr Wissen weiter gibt. Als positiv für die Entwicklung der "Sprachschule" bewertet Frau Elikowska-Winkler Forschungen und zahlreiche Publikationen nach der Wende, die sie in der Bildungsarbeit verwenden oder an InteressentInnen weiter geben kann. Wiederum ohne die finanzielle Unterstützung seitens der Stiftung für das Sorbische Volk, wäre die flächendeckende Arbeit im gesamten Siedlungsgebiet der Niedersorben/Wenden nicht möglich.

Hindernisse
Die Bedürfnisse der sorbischen/wendischen Minderheit entsprechen oft nicht denjenigen der deutschen Mehrheit, wodurch die erstere ständig neu um die Berücksichtigung ihrer Interessen und Belange kämpfen muss. Direkt was mich hindert: zu wenig Zeit und zu wenige Fachleute - es fehlen Lehrer für Sorbisch/Wendisch.

Wünsche für die Zukunft
Maria Elikowska-Winkler wünscht sich, dass das deutsch-sorbische/wendische Zusammenleben von der deutschen Mehrheit als eine Bereicherung für die Region anerkannt werde.
Ich wünsche mir, dass nicht nur das sorbische/wendische Kulturgut und die Traditionen erhalten werden, aber vor allen Dingen auch die Sprache, die im Grunde ein immanenter Bestandteil des Kulturgutes ist ..., dass die Sprache auch noch so original wie möglich erhalten bleibt... Ich würde mir auch die Verknüpfung in den Osten wünschen, dass wir gut mit den polnischen Nachbarn auskommen,... dass die Wirtschaft besser in Schwung kommt, und dass die Menschen ganz einfach selbstverständlicher und offener miteinander umgehen.

Details über die Schule
Die Schule für die Niedersorbische Sprache und Kultur ist seit 1992 ein eigenständiges Sachgebiet an der Volkshochschule Cottbus. Es ist eine Weiterbildungseinrichtung, deren Aktivitäten sich an drei Aspekten ausrichten:

Das Angebot der Schule richtet sich an alle Interessenten jeden Alters. Alle Veranstaltungen sind vom Schulamt Cottbus anerkannt. Die Institution wird von der Stadt Cottbus, dem Kreis Spree-Neiße und der Stiftung für das Sorbische Volk finanziell unterstützt, dadurch erstreckt sich ihr Einzugsgebiet über die ganze Niederlausitz.
Maria Elikowska-Winkler wurde1997 die "Auszeichnung für Verdienste um die Kultur" des Ministeriums für Kultur und Kunst der Republik Polen verliehen, 2001 bekam sie einen Verdienstorden vom polnischen Bildungsminister. Als Anerkennung für ihr Wirken im Bereich des Spracherwerbs wurde der Schule im November 2002 auf der Expolingua in Berlin als Qualitätszeichen das Europäische Sprachensiegel verliehen.

Ziele:

Aktivitäten/Tätigkeitsschwerpunkte:

Partner: