Meine - deine - unsere Geschichte – Neuköllnerinnen im Dialog
Mit dem Projekt „Meine – deine - unsere Geschichte“ wollen wir zum Abbau von Stereotypen, Vorurteilen und Wahrnehmungsmustern von und gegenüber Frauen unterschiedlicher Herkunft in unserer Gesellschaft beitragen. Mit der Werkstattreihe wollen wir Brücken der gegenseitigen An-Erkennung und Achtung zwischen Menschen in unserem Land bauen, die unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften bzw. Weltanschauungen angehören. Wir wollen dazu beitragen, dass neue Wege des Dialogs über einen Konsens für das friedliche, nachbarschaftliche Zusammenleben in einer multikulturellen Gesellschaft geöffnet werden.
Im Juni fanden in Kooperation zwischen OWEN e.V. und den „Neuköllner Stadtteilmüttern“ mehrere Biografie- und Geschichtswerkstätten im Stadtteil Neukölln statt. Eingeladen waren Neuköllnerinnen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Generationen. Es trafen sich Frauen, die in der Türkei, im Libanon, in Palästina, in Argentinien, Kolumbien, in der alten Bundesrepublik und in der DDR, geboren wurden.
Wir erzählten uns über die Geschichte unserer Familien und unsere eigenen Geschichte.
In den Gesprächen ging es dabei auch um Erfahrungen, die mit der Einwanderung nach Deutschland und dem Zusammenleben von Einheimischen und Migrantinnen der verschiedenen Generationen in Deutschland verbunden waren und sind.
Wir lernten Frauen kennen, über deren Geschichte und Gegenwart wir in unseren hiesigen Geschichtsbüchern kaum etwas erfahren können und deren Leben in Neukölln sehr anders aussieht, als durch die laufenden, öffentlichen Debatten um Migration und Einwanderung vermittelt wird. Für alle anwesenden Neuköllnerinnen mit Migrationshintergrund spielt der Zugang zu Bildung eine große Rolle, ihnen ist es sehr wichtig, dass ihre Kinder bessere Bildungschancen haben, als sie selbst hatten. Sie wollen arbeiten, um mit selbst verdientem Geld ihre Familien zu ernähren und ihren Kindern ein gutes Leben hier in Deutschland zu ermöglichen. Für viele von ihnen änderte sich der Alltag nach dem 3. Oktober 1990. Sie verloren ihre Arbeit, weil billigere Arbeitskräfte kamen und erlebten, dass sie mit der deutschen Vereinigung zunehmend zu Fremden wurden, obwohl ihre Eltern als GastarbeiterInnen bereits seit Jahrzehnten hier gelebt und mit ihrer Arbeitskraft zum „Wirtschaftswunder“ erheblich beigetragen hatten.
Die intensiven Werkstätten zeigten uns, dass wir Zeit und Raum brauchen, um uns als Nachbarinnen zu begegnen, um voneinander und miteinander über uns und Möglichkeiten des Zusammenlebens in unserer Einwanderungsgesellschaft zu lernen.
Es entstanden neue Beziehungen und es entstand bei allen Teilnehmerinnen der Wunsch, sich weiter zu treffen und auch andere Neuköllnerinnen zu solchen Begegnungen einzuladen.
Wie wird es weitergehen?
Im November beginnt eine neue Reihe in Nordneukölln. Diesmal sollen Neuköllnerinnen im Rahmen einer Zukunftswerkstatt gemeinsame Vorhaben entwickeln, die dazu beitragen sollen, dass der Stadtteil ein Ort wird, in dem die Bewohnerinnen und Bewohner gern leben, gerade weil hier die „ganze Welt“ versammelt ist.Ansprechpartnerin: Marina Grasse, grasse@owen-berlin.de
Dieses Projekt wird durch den Weltgebetstag der Frauen-Deutsches Komitee e.V. unterstützt.
Aktuelles
Jugendliche in Bosnien-Herzegowina bauen Brücken in die Zukunft
Gespräch mit Imam Vahidin Omanović und Imam Mevludin Rahmanović
Friedenszentrum Center for Peace Building, Sanski Most, Bosnien-Herzegowina,
Träger des Bremer
Friedenspreises 201113. November 2011
15.00–18.00 Uhr
OWEN e.V.
Nogatstrasse 21
12051 BerlinMit Unterstützung von:
» Mehr Infos
» Infos auf omnibus1325.de
» mehr hier
» UNIFEM-Preis 2010
Friedensvisionen und gute Beispiele der Umsetzung von UN-Resolution 1325 aus der ganzen Welt:
» Visionews-Website
» Mehr Infos
» Download
