OWEN - Mobile Akademie für Geschlechterdemokratie und Friedensförderung e.V.

Women‘s Initiatives for Peace in Donbas/s

Seit dem Sommer 2016 bringt OWEN gemeinsam mit ukrainischen, russischen und schweizer Partnerorganisationen gesellschaftspolitisch aktive Frauen aus zusammen, um über gemeinsame Wege zum Frieden in der Ostukraine nachzudenken. Bei diesen transnationalen Treffen findet eine intensive Auseinandersetzung über die verschiedene Wahrnehmungen statt, wird zusammen analysiert und reflektiert, entstehen gemeinsame Initiativen, die konkret zu mehr Dialog und einer konstruktiven Konflikttransformation beitragen sollen.

An den Dialogtreffen sind sowohl Binnenflüchtlinge und Aktivistinnen aus verschiedenen Teilen der von Kiew kontrollierten Ukraine vertreten als auch Frauen, die in den nicht durch Kiew kontrollierten Gebieten wohnen. Mit dabei sind auch nach Russland geflüchtete Frauen, russische Aktivistinnen und Vertreterinnen internationaler Organisationen.

Die aktuell weiterhin angespannte Situation in der Region macht es den teilnehmenden Frauen nicht leicht, sich auf den Prozess einzulassen. Daher berichten wir bislang nur sehr zurückhaltend öffentlich über diese Initiative.



Was bisher stattfand:

Oktober 2016 – Im Rahmen eines Vorbereitungstreffen in Minsk wurde der Grundstein für die Zusammenarbeit gelegt und ein Verfahren beschlossen, wie weitere Frauen für den Prozess gewonnen werden können.

Dezember 2016 – Erstes großes Dialogtreffen, das sich insbesondere mit der Frage befasste: Was bedeutet Frieden im Donbas/s konkret für meine/unsere Region?

Januar bis Juni 2017 – Aus dem ersten großen Dialogtreffen entstanden insgesamt 12 Initiativen der Dialogteilnehmerinnen, die sie gemeinsam in ihrer jeweiligen Umgebung umsetzten. Diese Initiativen setzen sich mit Fragen der sozio-ökonomischen Entwicklung und dem Überleben im Kriegsgebiet auseinander, befassen sich mit der Reintegration von Kämpfenden in die Gesellschaft, fördern Dialog zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen und erforschen die Sichtweisen verschiedener Bevölkerungsgruppen im Hinblick auf den Konflikt.

Juli 2017 – Während des zweiten großen Dialogtreffens stand die Auswertung und Reflexion der bisherigen praktischen Erfahrungen in den Vordergrund und entwickelten auf Grundlage dieser neue Vorhaben.

August-November 2017 – Die zweite Runde praktischer lokaler Tätigkeit baute auf den Erfahrungen der ersten Initiativen auf. So wurde beispielsweise aus einem Dialogprojekt, in dem es zunächst eher um allgemeinere Fragen der Vertrauensbildung ging, gemeinsames Handeln um die ukrainische Regierungspolitik kritisch zu begleiten. Auch gab es verstärkt Initiativen, die die Grenze zwischen Ost- und Westukraine oder zwischen Ukraine und Russland überschritten und einen Dialog über Konfliktlinien hinweg ermöglichten.

November 2017 – Beim dritten großes Dialogtreffen stand die Diskussion aktueller Entwicklungen und Handlungsmöglichkeiten im Vordergrund. Im Fokus stand dabei auch die Frage nach einer möglichen UN-Mission in der Ostukraine.

Ausblick 2018-2020 – Die Fortsetzung der „Fraueninitiativen für den Frieden im Donbas/s“ sieht die Weiterführung der transnationalen Dialogtreffen vor. Darüber hinaus versuchen wir vermehrt in unsere Gesellschaften hineinzuwirken und auch andere Personen und Personengruppen für den Dialog zu gewinnen.
In thematischen Arbeitsgruppen werden die Teilnehmerinnen nicht nur die Möglichkeit haben, den Dialog zu vertiefen, sondern auch Vorschläge zu entwickeln, gemeinsame Forderungen aufzustellen, politische Prozesse in der Region kritisch zu begleiten und damit in ganz konkreten Bereichen zur Verbesserung der Situation beizutragen.



Das Projekt wird von einem ukrainisch-russischen Forscherinnenteam begleitet und von ukrainisch-russischen Mediatorinnen moderiert.

Ansprechpartnerin: Dana Jirous – jirous@owen-berlin.de

Das Projekt wird aus Mitteln des Auswärtigen Amtes finanziert.

 

Aktuelles

Publikation
ARENA – Methodological Guide on Creative Peacebuilding

Es gibt viele Menschen, die vom Frieden träumen. Sie engagieren sich, um ihr Ideal von einer friedlichen Welt zu erreichen. Sie arbeiten in ihren Gemeinschaften, Nachbarschaften, Städten und über Grenzen hinweg, um das Klima der Feindseligkeit zu verändern und Frieden zu schaffen. Manche nennen sie Helden, manche Träumer und wieder andere Verräter.

Lesen Sie in unserer aktuellen Publikation aus dem Projekt „ARENA – Community Theater and Public Art“ über die Erfahrungen und Ansätze der FriedensaktivistInnen aus der Ukraine, Russland, Georgien, Armenien und Aserbaidschan.

Filmtipp

Im Rahmen des Projekts „Zukunft braucht Erinnerung: innerukrainischer Dialog zu Geschichte und Erinnerung“ hat die ukrainische Filmemacherin Olga Shevchuk einen Kurzfilm gemacht, der die Arbeit der Projektteilnehmenden dokumentiert.

Mehr über das Projekt und den Link zum Film finden Sie HIER