OWEN - Mobile Akademie für Geschlechterdemokratie und Friedensförderung e.V.

Women‘s Initiatives for Peace in Donbas/s

Gemeinsam mit swisspeace sowie ukrainischen und russischen Partnern lädt OWEN seit Juli 2016 aktive Frauen aus verschiedenen Regionen der Ukraine, Russland und Westeuropa dazu ein, gemeinsam über Wege zum Frieden in der Ostukraine nachzudenken. Im Rahmen von transnationalen Treffen werden verschiedene Sichtweisen auf den Konflikt ausgetauscht und Potentiale für eine konstruktive Konflikttransformation ausgelotet. Im Rahmen von kleinen interregionalen Projektinitiativen fördern die Projektteilnehmerinnen Dialoge in ihrer Umgebung und regen zu Diskussionen über den Friedensprozess an. Die aktuell weiterhin angespannte Situation in der Region macht es den teilnehmenden Frauen nicht leicht, sich auf den Prozess einzulassen. Daher berichten wir bislang nur sehr zurückhaltend öffentlich über diese Initiative. Die folgende Erklärung haben die Teilnehmerinnen der letzten Dialogveranstaltung gemeinsam verfasst:

Frauen — Akteure der Veränderung
Beziehungen über Grenzen hinweg aufbauen, gemeinsame Handlungsansätze ausarbeiten und die Beteiligung der Zivilgesellschaft am Friedensprozess erhöhen — mit diesem Ziel haben sich Anfang Juli in Minsk die Beteiligten der «Fraueninitiativen für den Frieden im Donbas/s» getroffen.
Mehr als dreißig Vertreterinnen der Zivilgesellschaft aus der Ukraine, einschließlich Binnenflüchtlinge und Bewohnerinnen von Doneck und Luhansk, zivilgesellschaftliche Vertreterinnen aus Russland und Westeuropa präsentierten ihre Initiativen für den Frieden.
Innerhalb eines halben Jahres haben die Anwesenden zwölf Initiativen realisiert, unter ihnen kleinere Studien, praktische und kreative Projekte.
Im Rahmen mehrerer Initiativen ging es um das Erforschen der Stimmungen und Positionen verschiedener sozialer Gruppen aller Konlfliktbeteiligten Parteien. Darüber hinaus wurden Projekte vorgestellt, in denen es um die praktische Lösung von Problemen bei der Adaption an ein friedliches Leben ging. Besondere Beachtung fanden neue Formen des Dialogs, wie Forumtheater und soziales Theater, die auf ungewöhnliche Weise zum gegenseitigen Verständnis beitragen können.
Das Resultat des Dialogtreffens im Juli war die Entwicklung von siebzehn neuen Initiativen, die in den restlichen Monaten des Jahres umgesetzt werden sollen.
Als Ergebnis unterstrichen die Teilnehmerinnen des Dialogtreffens ihre gemeinsame Position: «Unser Ziel ist nicht Friedenstourismus, sondern die kontinuierliche Arbeit in unseren lokalen Gemeinschaften zwischen den transnationalen Treffen, um zum Frieden in der Region Donbas/s beizutragen.»



Die Struktur des Projekts „Fraueninitiativen für den Frieden im Donbas/s“:

Oktober 2016 – Vorbereitungstreffen in Minsk

November 2016 – Auswahl von weiteren Schlüsselakteurinnen für die Dialogtreffen

Dezember 2016 – Erstes großes Dialogtreffen, das sich insbesondere mit der Frage befasste: Was bedeutet Frieden im Donbas/s konkret für meine/unsere Region?

Januar bis Juni 2017 – Umsetzung von 12 lokalen Initiativen

Juli 2017 – Das zweite große Dialogtreffen stellte die Auswertung und Reflexion der bisherigen praktischen Erfahrungen in den Vordergrund.

August-November 2017 – Praxisphase: Umsetzung von sieben lokalen Initiativen

November 2017 – Drittes großes Dialogtreffen mit Schwerpunkt der Diskussion aktueller Entwicklungen und Handlungsmöglichkeiten.



Das Projekt wird von einem ukrainisch-russischen Forscherinnenteam begleitet und von ukrainisch-russischen Mediatorinnen moderiert.

Ansprechpartnerin: Dana Jirous – jirous@owen-berlin.de

Das Projekt wird aus Mitteln des Auswärtigen Amtes finanziert.

 

Aktuelles

Filmtipp

Im Rahmen des Projekts „Zukunft braucht Erinnerung: innerukrainischer Dialog zu Geschichte und Erinnerung“ hat die ukrainische Filmemacherin Olga Shevchuk einen Kurzfilm gemacht, der die Arbeit der Projektteilnehmenden dokumentiert.

Mehr über das Projekt und den Link zum Film finden Sie HIER