OWEN - Mobile Akademie für Geschlechterdemokratie und Friedensförderung e.V.

Geschichtswerkstätten Ukraine

Zukunft braucht Erinnerung: innerukrainischer Dialog zu Geschichte und Erinnerung
Juni bis Dezember 2015

Hintergrund des Projekts:
Die ukrainische Gesellschaft ist durch die Prozesse seit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion und insbesondere durch die aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen im Osten des Landes tief gespalten. Diese Spaltung reicht in Freundeskreise und Familien hinein und beeinträchtigt eine konstruktive, friedliche und demokratische Entwicklung des Landes nachhaltig. In allen Teilen der Ukraine ist der Konflikt durch Binnenflüchtlinge und KriegsteilnehmerInnen sichtbar und spürbar.
Ein wichtiges Austragungsfeld dieser Auseinandersetzung bietet der Umgang mit der Vergangenheit. Stereotype über die Angehörigen des „gegnerischen Lagers“ stützen sich häufig auf historische Bezüge. PolitikerInnen und Medien nutzen diese Stereotypen, um große Bevölkerungsgruppen für ihre Anliegen zu mobilisieren und tragen so zur Verschärfung des Konfliktes bei.

Das Projekt:
Ziel des Projekts «Zukunft braucht Erinnerung» war die Entwicklung kritischen Denkens im Hinblick auf historische Ereignisse, die Vermittlung von Fähigkeiten über die Vergangenheit zu sprechen und die Unterstützung von Dialogen zwischen verschiedenen Gruppen innerhalb der Ukraine.
In Kooperation mit dem Institut für Auslandsbeziehungen (Ifa) und den ukrainischen Partnerorganisationen Centr Podillja Sozium (Vinnica) und Osnovy Svobody (Lviv) veranstaltete OWEN zwei Biographie- und Geschichtswerkstätten, in denen sich engagierte Bürgerinnen und Bürger aus verschiedenen ukrainischen Landesteilen begegnen. Angesprochen waren diejenigen, die Interesse daran haben, den Dialog zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, zwischen Binnenflüchtlingen und lokaler Bevölkerung, zu fördern.
In den Werkstätten setzten sich die Teilnehmenden mit der öffentlichen Repräsentation von Geschichte, mit eigenen und familialen Erinnerungen auseinander. Unterschiedliche Wahrnehmungen von Geschichte(n) herausgearbeitet. Den Teilnehmenden wurden methodische Anregungen zur Arbeit mit Geschichte und Erinnerung gegeben, die sie in einer Praxisphase erproben konnten.
Schon im Oktober-November wandten die WorkshopteilnehmerInnen das Gelernte an und realisierten eine vielfältige Bandbreite von Projektinitiativen, darunter Dialogtreffen zwischen Binnenflüchtlingen aus der Ostukraine und Ortsansässigen an den neuen Lebensorten der Flüchtlingen, eine dialogische Stadtführung, Dialogveranstaltung zur Umbennenung von Straßen, Umfragen, LehrerInnenfortbildungen und intergenerationelle Begegnungen...
Am Ende des Projekts stand die gemeinsame Auswertung der Praxisphase und die Vernetzung von Akteuren aus verschiedenen ukrainischen Städten und Regionen während eines Auswertungstreffens in Winnyzja.

Impressionen

„Die unterbewusste Weitergabe dieser Geschichten ist das Problem Nr. 1 in der Ukraine. Die ATO („Antiterroroperation“ im Osten der Ukraine) führt zu Unverständnis innerhalb der Familien. Aber wir müssen dringend darüber sprechen.“ (Viktoria, Winnyzja)

„Ich habe viele neue Methoden zur Arbeit in Konfliktsituationen gelernt.“ (Julia, Lwiw)

„Ich habe verstanden, dass Erinnerung eine persönliche Verantwortung beinhaltet.“ (Evhenij, Winnyzja)

„Bei uns gibt es zu wenig zwischenmenschlichen Austausch. Wir brauchen nicht noch mehr Bücher, sondern Dialog und zwar besonders den Dialog zwischen den Generationen.“ (Oksana, Winnyzja)

Film
Warum Dialoge über Geschichte wichtig sind und wie sie aussehen können, reflektieren die Projektteilnehmenden in einem Kurzfilm, der während des Auswertungstreffens in Winnyzja entstanden ist.

Weitere Erfahrungsberichte über die Projektinitiativen der Teilnehmenden in ukrainischer und teilweise auch in russischer oder englischer Sprache finden sich unter http://www.iofc.org/uk/pidsymky-proektu-maibutniomu-potribni-spohady

Ansprechpartnerin: Dana Jirous – jirous[at]owen-berlin.de

Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) durchgeführt. Gefördert durch Mittel des Auswärtigen Amts.

     

Aktuelles

 

28.9.2019  19:30 Uhr

Das „gemeinsame Haus Europa?“

Erfahrungen und Positionen zu Frieden und gemeinsamer Sicherheit in Europa seit 1989

 

Ein Podiumsgespräch mit Frauen aus Tschechien, Polen, Russland und Deutschland

im Gemeindehaus der Kirchengemeinde Alt-Pankow, Breite Strasse 38, 13187 Berlin

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Friedenskreis Pankow, STER Foundation Warschau und Gender Studies Prague

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27.-29.9.2019

Wohin waren wir unterwegs? Wohin sind wir unterwegs?

Europäische Tagung zu Frauen als Akteurinnen in den gesellschaftlichen Umbrüchen 1989/90 und heute

im Gemeindehaus der Kirchengemeinde Alt-Pankow, Breite Strasse 38, 13187 Berlin

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Friedenskreis Pankow, STER Foundation Warschau und Gender Studies Prague

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